manisch depressiv

October 28, 2012Posted by Steini

 
Die manisch-depressive Erkrankung


Im Volksmund wird die manisch-depressive Erkrankung (auch bipolare affektive Störung) mit „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ beschrieben. Abwechselnde Episoden von übermäßig gehobener Stimmung (so genannte Manie) und Depressionen kennzeichnen diese Krankheit. Bei der manisch-depressiven Erkrankung spiegeln sich alle menschenmöglichen Stimmungslagen wider – sie reichen von starker Euphorie bis zur abgrundtiefen Einsamkeit. Die Krankheit wird auch als bipolare affektive Störung bezeichnet, da die Stimmung immer zwischen zwei Gegensätzen (Polen) hin und her schwankt.

Bei Personen mit einer manisch depressiven Erkrankung sind die Stimmungsschwankungen in Anzahl, Dauer und Ausprägung sehr unterschiedlich. Diese Stimmungsschwankungen werden als so genannte Episoden bezeichnet, wobei einige Erkrankte nur eine einzelne Episode haben, währende andere Betroffene sehr viele Episoden durchlaufen. Zwischen diesen so genannten Episoden sind die Patienten mit bipolarer affektiver Störung symptomfrei und somit psychisch gesund.

Die bipolare affektive Störung ist eine recht häufige Erkrankung. In den Industrieländern sind etwa drei Prozent der Bevölkerung von einer manisch-depressiven Erkrankung betroffen. Sowohl Männer als auch Frauen erleiden die Krankheit gleichermaßen oft. Dabei ereignet sich die erste manisch-depressive Episode der Betroffenen etwa zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, was in der Regel etwa sechs Jahre unter dem Erkrankungsbeginn der schweren Depression liegt. Die Krankheit wird in der Regel erst mehrere Jahre nach ihrem Ausbruch erkannt, was zu einem enormen Leidensdruck der Betroffenen führt.

Oft wirken sich die Symptome stark auf Entscheidungen und auch Beziehungen aus. Oft sind dann schon viele Lebenswege der Betroffenen durch die Krankheit beeinflusst, wenn diese erst später erkannt wird. Gerade in jungen Jahren, wo die Persönlichkeit oft noch nicht gefestigt ist, beginnen die ersten Symptome. Dadurch entstehen die ersten Probleme meist schon in der Ausbildung, später dann im Arbeits- und Familienleben. In der Arbeitswelt wird dies an deutlichen Wechseln im Lebenslauf ersichtlich.

Noch vor einigen Jahren wurde die Erkrankung meist noch mit Begriffen wie „manisch depressive Psychose“ oder auch „manisch-depressives Irresein“ bezeichnet. In der Umgangssprache wird sie oft auch nur als manische Depression bezeichnet, was eigentlich irreführend ist.